Bayerischer Wald - Bayerisches Wörterbuch
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Schmai oder Schmalzler

Schmai oder Schmalzler ist Schnupftabak besonderer Güte. Obwohl bereits 50 Jahre nach der Entdeckung Amerikas Tabakblätter aus der Neuen Welt nach Spanien kamen, dauerte es noch gut 200 Jahre, bis im Bayerischen Wald der "Schmai" in Gebrauch kam. Um 1750 "entdeckte" man, daß milder, hocharomatischer und preiswerter Schnupftabak auch leicht selbst herzustellen war. Dazu benötigt wurden lediglich Tabakblätter, vorzugsweise brasilianische. "Mangotes", also die Rohware, erstand man beim örtlichen Krämer, der sie wiederum von Kolonialwarengrossisten bezog. Die Tabakblätter waren mit Zuckersoßen vergoren und zu Strängen gedreht. Das Reiben besorgte man dann selbst. Fast jeder entwickelte richtigen Ehrgeiz darin, den besten Schmai zu reiben. Der trockene Tabak kam dazu in eine Reibschüssel aus gebranntem Ton. Mit einem hölzernen Reibstempel ging es dann ans Werk. Durch Zugabe von Butterschmalz wurde das Tabakmehl feucht. Das Fett gab ihm die Milde, der Schmai war gebrauchsfertig. Das Butterschmalz, das nur hierzulande dem Tabakmehl zugesetzt wurde, gab ihm auch den Namen "Schmalzler", im Sprachgebrauch auch als "Schmai" bezeichnet. Im Bayerischen Wald entstanden an mehreren Orten Schmai-Fabriken. die letzte und größte, die "Erste Perlesreuter Brasiltabakfabrik" existierte bis 1974. Mittels moderner Vertriebsmethoden kam ihr Produkt weit über Bayerns Grenzen hinaus zu großer Bedeutung. Alljährlich feiert man in Perlesreut auch noch das "Schnupferfest". Da wird dann um die Wette geschnupft, was das Zeug hält.

Ein bleibendes Denkmal wurde dem "Schmai" mit dem weltweit einzigen "Schnupftbakmuseum" in Grafenau gesetzt. Das kleine, aber feine Museum bietet so manches Prunkstück und ist das, was man in Bayern ein "Gustostückl" nennt.

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