Bayerischer Wald - Wackelstein
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Die Oberbreitenau

Nahe des Geißkopfes bei Bischofsmais (heute mit Aussichtsturm, Bergbahn, Jugendherberge, Ski- und Rodelgebiet, Mountainbike-Parcours, ets.) begann im 16. Jh. die Besiedelungsgeschichte des Hochplateaus der Oberbreitenau. Der damalige Herr von Weißenstein bei Regen, Herr des Gebietes, ließ für Beschäftigte der Glashütte in Unterbreitenau 1585 neun Gebäude errichten. Deren Bewohner begannen alsbald eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Die Höhenlage und die geringe Fruchtbarkeit des felsigen Geländes ließ aber nur spärliche Erträge zu. Oftmals setzte der Waldwinter vor dem Abernten ein. Lange und schneereiche Winter machten das Leben auf der Oberbreitenau keineswegs einfach.
1755 schloß die Unterbreitenauer Glashütte ihre Pforten. Als Untertanen ihres Landesherrn durften die Oberbreitenauer aber deshalb nicht das unwirtliche Hochplateau verlassen und nach besseren Lebensbedingungen trachten - im Gegenteil, man mutete ihnen noch saftige Abgaben und Steuern zu. Es blieb ihnen keine Wahl, sie mußten versuchen, mit ihren kleinen Hofstellen den Lebensunterhalt zu erwirtschaften.
Erst viele Jahrzehnte später, als ein Bauernpaar im 1. Weltkrieg seinen einzigen Sohn verlor, gaben diese Eheleute als erste ihre angestammte Heimat auf. 1926 wurde der Greilhof an den Staat verkauft. Der verpachtete ihn an die Waldvereinssektion Landshut. Aus dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen wurde ein Unterkunftshaus, das 1965 durch einen Brand vernichtet wurde. Nach dem Wiederaufbau 1970 ist das "Landshuter Haus" auf der Oberbreitenau Gaststätte und Jugendherberge. Ein Totenbrett in der Nähe erinnert an die ehemaligen Besitzer der Hofstelle.
1928 leben nur noch 40 Personen in sechs Gebäuden auf dem Berg. 1939 erwirbt der Staat auch die letzten Höfe, läßt die Wiesen und Äcker aufforsten. Bis 1956 steht noch das Sixtenhaus, es diente zuletzt als Holzhauerunterkunft. Mit seinem Abriß ging die von Entbehrungen gezeichnete Besiedelung auf der "Broatnau" zu Ende.
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