Bayerischer Wald - Sonnenaufgang
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Die Pfenniggeigerhäuser II

Als hierzulande gegen Ende des Neunzehnten Jahrhunderts noch Holzfäller und Fuhrleute die Wirtsstube füllten, war manch böhmischer Wandermusikant schon mal willkommen.

Wirtschaftliche Not war die entscheidende Motivation für die Tätigkeit eines Wandermusikanten. Doch ein gewisses Mißtrauen war immer gegeben, wenn so ein Musikant aus Böhmen auftauchte. Denn nicht nur Musikanten, auch Bettler, Diebe und Landstreicher waren keine Seltenheit.

Wer öffentlich aufspielen wollte, mußte beim Amtsschreiber ein Musikpatent erwerben und hierfür eine Gebühr für die Armenkasse entrichten. Doch der Gebühr für die Spielberechtigung wollte der Musikant entgehen. Er hat den Amtsschreiber daher zunächst auf die Abgabe zu verzichten, werde dafür nur für Pfennige aufspielen. Kurz entschlossen zog die Amtsperson 1 Pfennig aus der Tasche und sagte: "Der ist für Dich, zeig was Du kannst." Der Geiger spielte auf und der Amtsschreiber war vom Können des Musikanten hingerissen. Die Gebühr für das Musikpatent hat der Amtsschreiber formal vergessen.

Das Auftreten als Alleinunterhalter stellte gewisse Anforderungen sowohl an das Melodienrepertoire, die technische Perfektion beim Spielen, die Fähigkeit beim Mienenspiel oder sonstige Einfälle, andere mitzureissen. Dies ging oft an physische Leistungskraft. Man hat später dem Alleingeiger "die eindeutige Vorliebe böhmischer Musikantengehörte der Geige" zugestanden, noch einen weiteren Geiger aufspielen zu lassen. Immerhin hat nicht selten das Aufspielen für Pfennige das Säcklein gefüllt. So geschehen z.B. im heutigen Gasthof "Zum Pfenniggeiger". Allgemein sprach man im Volksmund nur mehr von den Pfenniggeigerhäusern, wie heute Philippsreut.

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