Bayerischer Wald - Sonnenaufgang
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Die Steine im Regen

Der Ritter von Chamerau hatte ein hübsches Mädchen kennengelernt. Es war eine Müllerstochter aus dem Regental. Die tugendsame Jungfrau hielt vom recht wilden Chamerauer aber nicht viel. Sie verweigerte sich ihm.

Was er im Guten nicht bekommen konnte, wollte der Chamerauer sich deshalb mit Gewalt holen. Er lauerte der Jungfrau auf. Als sie Leinen im Regen näßte und zum Bleichen auf dem Rasen ausbreitete, sprengte er auf seinem Roß plötzlich daher. Das Mädchen erschrak und wollte fliehen. Der Ritter setzte ihr nach und trieb sie in die Enge. Vor sich den Regenfluß, hinter sich den Ritter, sah die Jungfrau keinen Ausweg mehr. Sie empfahl ihre Seele dem Himmel und sprang in die Fluten.

Der Himmel hatte ein Einsehen, die Wellen trugen die junge Frau auf eine Sandbank. Der Ritter und seine Knappen waren ihr aber in den Fluß nachgesprungen. Sie hörte ihr Johlen, doch plötzlich war es still. Als das Mädchen furchtsam die Augen öffnete, gewahrte sie in geringer Entfernung einige große Steine mitten im Wasser, die vorher noch nicht dort waren. Vom Ritter und seinen Leuten war nichts mehr zu sehen und zu hören.

Der Himmel hatte ein Wunder gewirkt, die Jungfrau wurde aus dem Fluß geborgen, der wüste Chamerauer und seine Gesellen waren zu Stein geworden und liegen heute noch zwischen Chamerau und Roßbach im Wildwasser.

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