Bayerischer Wald - Sonnenaufgang
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Die Sage von Burg Weißenstein

Auf Burg Weißenstein lebte einst ein Ritter mit seiner jungen Frau. Durch kriegerische Auseinandersetzungen seines Herrn war der Ritter eines Tages gezwungen, mit vielen anderen in einen langen Krieg zu ziehen.

Während seiner Abwesenheit brachte die junge Frau Siebenlinge zur Welt, sieben stramme Buben. Die Weisfrau, wie man einst die Hebamme nannte, mußte die Kinder mitnehmen und beseitigen. Sie packte sie in ihr Fürtuch und eilte damit zum Regenfluß hinunter.

Just in dem Moment kam der Ritter aus dem Krieg heim und traf auf die eilende Frau. „Was hast du in deinem Fürtuch?“ wollte er wissen. „Ach“, meinte die Hebamme, „der Schloßhund hat sieben Junge bekommen, die können wir nicht brauchen. Ich will sie gerade im Regen ersäufen.“

Der Ritter wollte einen Blick auf die Hunde werfen und befahl ihr, das Fürtuch zu öffnen. Erbleichend sah er, daß die Frau Babys in ihrem Tuche barg. Er verlangte augenblicklich eine Erklärung und die Frau gestand, was sich abgespielt hatte. Da befahl der Ritter ihr strengstes Stillschweigen. Die Kinder aber nahm er mit.

Er wandte sich mit seinem Bündel gegen das Kloster Rinchnach. Dort wurden die Kinder zu Edelmännern erzogen. Als sie ins Mannessalter kamen, lud der Ritter sie auf die Burg Weißenstein zu einem Fest ein. Die Frau des Ritters war ganz entzückt von den tadellosen jungen Männern und ihr Gatte fragte sie treuherzig: „Sag, was soll einer Mutter geschehen, die solche Söhne umbringen lassen will?“

Ahnungslos antwortete sie: „Die sollte man bei lebendigem Leibe einmauern.“ Darauf antwortete der Ritter: „Du hast dir soeben dein eigenes Todesurteil gesprochen, denn siehe, das sind deine Söhne!“ Und so geschah es denn auch. Noch heute soll die Unglückliche als weiße Frau durch die Ruine von Weißenstein geistern.

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