Bayerischer Wald - Sonnenaufgang
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Die Klagen aus dem Plöckensteinsee

Früher, als es noch sehr viele Königreiche gab, kam es oft vor, daß ein König sein Reich an den ältesten Sohn übergab, die jüngeren Söhne aber mußten in die Welt ziehen und sehen, wie sie zu einem eigenen Reich kamen.

So zogen auch einmal drei Königssöhne durch das Land des Waldgebirges. Um einen besseren Überblick zu gewinnen, stiegen sie gemeinsam auf einen Berg. Sie staunten sehr, als sie auf dem Berg drei steinerne Sessel entdeckten und ein jeder ließ sich auf einen nieder. Die Aussicht gefiel ihnen, trotzdem begannen sie zu klagen.

"Ach, wenn wir nur dieses Land, auf das wir schauen, besitzen könnten! Aber wir haben nicht einmal Kronen. Und ohne Kronen kann man ein Land nicht regieren!" Lange saßen sie da und überlegten. Es fiel ihnen aber nichts rechtes ein.

Plötzlich hörten sie ein Wispern und Tuscheln. Da traten aus dem Wald auf einmal drei weibliche Gestalten heraus. Alle drei waren wohl noch jung, aber abgrundtief häßlich. Sie schritten auf die Prinzen zu und eine sprach sie an: "Wir haben von euch gehört, ihr seid auf der Suche nach einem Königreich. Wir sind Prinzessinnen und können jedem von euch eine Krone bieten, wenn ihr uns heiratet."

Da gab es für die Prinzen nicht viel zu überlegen. Freudig sagten sie zu und die Prinzessinnen zogen für jeden von ihnen eine wunderschöne Krone aus dem Mantel und setzten sie ihnen aufs Haupt.

Auf dem Rückweg zum Stammsitz der Prinzessinnen kümmerten sich die Prinzen aber herzlich wenig um ihre Bräute, im Gegenteil, sie wurden wortbrüchig. Die drei Prinzen verwünschten die edlen Fräulein und trieben sie in den Plöckensteinsee. Sie selber aber zogen mit ihren Kronen an die Herrschersitze und regierten fortan.

Die drei Prinzessinnen warten im Plöckensteinsee noch immer auf ihre Erlösung. In jeder Dreikönigsnacht kommen sie zum Dreisesselfelsen und klagen dort um ihre verlorenen Prinzen und die Kronen.

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