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Wagner

Überwiegend waren es bäuerliche Geräte, die der Wagner anzufertigen hatte. Mindestens einen davon gab es in jedem Dorf. Schubkarren und Wägen, Pflüge und Eggen, Flachsbrechen und Spinnräder stellte er her.

Radstock und Drehbank, Stoß- und Spannsägen, Zirkel und Reifmesser, unterschiedliche Hobel und Stemmeisen gehörten u.a. zu seinen Werkzeugen.

Meist im Frühjahr erschien der Wagner auf den Bauernhöfen und suchte das "Wagnerholz" aus. Es wurde vorzugsweise "grün", also kurz nach dem winterlichen Schlagen zum ersten Mal bearbeitet. Für Radspeichen wurde es z.B. gespalten, für andere Zwecke bereits in gewisse Formen gehauen. Zwei bis drei Jahre lagerten die Eschen-, Ulmen-, Birken- und Eichenteile, ehe sie genügend trocken für eine endgültige Verarbeitung waren.

Auch Wagner arbeiteten oft "auf der Stör", also auf fremden Höfen. Dort konnten sie aber nicht ihre ganze Handwerkskunst ausleben, weil sie nicht die gesamte Werkstatt mit auf die Reise nehmen konnten. Der Störarbeit waren einfache Geräte vorbehalten. Viele Dinge, z.B. die schweren Schlitten für Holztransporte ließen sich eben nur in der heimischen Werkstatt herstellen.

Arbeitete ein Wagner auf einem Hof, bekam er besonders gutes Essen. Bezahlt wurde der Wagner jeweils zu Neujahr, aber auch dann versuchte so mancher Bauer, noch Zahlungsaufschub zu erwirken.

Mitte des vergangenen Jahrhunderts begannen Fabriken mit der Herstellung gummibereifter Fahrzeuge. Das verursachte einen raschen Niedergang der Wagnerei.

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