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Rechenmacher

Rechenmacher gab es im Bayerischen Wald einst sehr viele. Die, die nebenbei in der Landwirtschaft tätig waren, hatten oft mehr Kundschaft als andere, denn aus eigener Erfahrung wußten sie, wie wichtig eine gute Handhabe der Gerätschaften ist. Da sollte kein Griff zu dünn, kein Stiel zu lang oder zu kurz sein, die Zinken eines Rechens durften nicht zu eng beieinander, aber auch nicht zu weit auseinander stehen, u.s.w. Zu Rechenmachern, die auch auf solche Dinge achteten, kamen die Leute aus weitem Umkreis.

Rechen und Gabeln, Sensen- und Schaufelstiele fertigte so ein Rechenmacher, nicht selten auch Holzschuhe. Er brauchte dazu gute Kenntnisse über Holz und seine Verarbeitung. Wilde Rotkirsche und die männliche Esche waren z.B. gutes, zähes Material für die Zähne der Rechen. Für Rechen, mit denen Waldstreu in Birkenwäldern gerecht wurden, eigneten sich die Erdstämme der Hagebutte. Die waren wohl sehr schlecht zu bearbeiten, aber von besonders hoher Qualität und lange haltbar.

Je nach Verwendungsart hatten die Rechen eine unterschiedliche Anzahl von Zähnen. Sie wurden auch aus verschiedenen Holzarten gefertigt. Die richtige Holzwahl, der Zeitpunkt des Holzschnitts und der Verarbeitung, ob trocken, halbtrocken oder noch grün zählte zu den Erfahrungswerten und den Künsten eines guten Rechenmachers.

Verkauft haben die Rechenmacher ihre Produkte direkt an die Bauern, aber auch auf Märkten und an Wiederverkäufer. Heute sind die handgefertigten Gerätschaften durch Industrieprodukte völlig verdrängt. Die wenigen Alten, die sich noch auf die Kunst verstanden, sind weggestorben.

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