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Der Binder

In vergangenen Zeiten stellten sich die Bewohner des Waldlandes ihre Zuber, Tröge und Fässer oft selbst her. Trotzdem gab es überall tüchtige Binder. Ob Mehl-, Sauerteig-, Kraut- oder Blumenkübel, Back-, Wasch- oder Brühtröge, Schöpfer und Wannen, Tische zum Wäscheschrubben, Jauchefässer, Schöpfer oder Maurerschaffl – ein Binder verstand sich auf die Herstellung fast aller Gerätschaften, die man im arbeitsreichen Alltag des Waldlerdaseins brauchte.

Manche Binder hatten sich spezialisiert und nannten sich "Weißbinder", d.h. sie verarbeiteten ausschließlich weiches, weißes Holz, überwiegend das der Fichte. Daneben gab es die "Faßbinder", die vorwiegend Eichenholz zu Wein- und Bierfässern verarbeiteten. Sie hatten stets die meiste Arbeit und überwiegend ein gesichertes Auskommen, denn Brauereien waren konstante Abnehmer ihrer Ware.

Manche Binder betätigten sich nur in ihrer Werkstatt, wo sie für ihre Arbeiten zweckmäßig ausgerüstet waren. Es gab aber auch "Störbinder", die mit der Kraxe auf dem Rücken von Hof zu Hof zogen und vor Ort beschädigte Dinge richteten oder neue anfertigten. Ihr Buckelkorb enthielt u.a. Reifmesser, verschiedene Hobel, Zirkel und Schnitzmesser, Spannsäge und Setzhammer, Reifen und Zangen. Der große Stoßhobel wurde meist extra auf der Schulter getragen.

Ein Störbinder wurde verköstigt, blieb er länger, erhielt er auch Nachtquartier. Weitere Bezahlung bekam er meist nicht. Ein Binder, der in eigener Werkstatt arbeitete, versuchte, seine Waren über Geschäfte und auf Märkten abzusetzen. Die gefertigten Produkte mußten gut sein, denn wenn sie leckten, waren sie unbrauchbar. Andererseits hielten solche Gerätschften sehr lange, so daß die Nachfrage stets gering blieb. Deshalb versahen die meisten Binder auch noch eine kleine Landwirtschaft, denn von der Binderei konnten sie die Familie nicht ernähren.

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