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Mühlenrichter

Im Waldland hatten früher die meisten größeren Höfe ihre eigene Mühle. Dazu brauchten sie keinen rauschenden Bach, ein wasserführender Graben tat es für ein einziges Mahlwerk allemal. Wenn eine Mühle in Betrieb ging, mußte sie laufen, rund um die Uhr, auch sonn- und feiertags.

Die Mühlen waren meist in allen Teilen – bis auf die Mahlsteine - aus Holz und da ging immer wieder etwas kaputt. Dann mußte auf der Stelle der Mühlenrichter ausrücken. Die Mühlräder wurden nur selten repariert. Ihre Lebensdauer beschränkte sich auf 15 bis 30 Jahre, je nachdem, wie grob man mit ihnen umging. Brach ein Mühlrad, war der Einbau eines neuen die beste Lösung.

In einer Kraxe, einem Tragekorb, trug der Mühlenrichter sein Werkzeug auf dem Rücken mit sich herum. Dazu gehörten u.a. Hacke und Spannsäge, Schlicht- und Schropphobel, Stemmeisen, Holz- und Eisenhammer, Rauhbank, Blaustift, Zirkel und Winkel.

Mühlenrichter hatten oft den Zimmermannsberuf erlernt, mußten aber als Mühlenrichter eine Meisterprüfung ablegen, ehe sie als solche unterwegs sein durften. Sie mußten die unterschiedlichsten Holzarten kennen und wissen, welches Holz für welches Mühlenbauteil am besten geeignet war. Sie mußten auch eine komplett neue Mühle bauen können. Dazu war viel Können und große Erfahrung nötig. Deshalb waren Mühlenrichter überwiegend ältere Männer.

Der "Einzugsbereich" eines Mühlenrichters reichte oft über eine ganze Reihe Ortschaften. Häufig betreute er auch Sägewerke und sah dort nach dem Rechten, wenn etwas nicht mehr funktionierte. Der Verdienst war gering, meist wurde der Handwerker nur verköstigt.

Mühlenrichter gibt es heute nicht mehr, denn moderne Großmühlen sind technisch völlig anders gebaut. Das Können und Wissen der einstigen Mühlenrichter wird nicht mehr gebraucht.

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