Bayerischer Wald - Blasmusik
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Karwoche

Heute haben die Tage der Karwoche viel von ihrer damaligen Wichtigkeit in Bezug
zum Brauchtum verloren. Früher, ja da haben die Knechte und Mägde auf dem Bauernhof
in der Karwoche das Unterste zuobers gekehrt, um in versteckten Hühnernestern
"verlegte" Eier zu finden. Was man da fand, bekam man nämlich am Ostersonntag
gekocht und gefärbt in seine Schüssel. Generell war es üblich, dem Großknecht
zwanzig bis dreißig Eier, dem kleinen Knecht oder der Hausmagd fünfzehn bis zwanzig
Eier über den ausgemachten Lohn hinaus zu schenken. Oft begab man sich auch in
der Karwoche auf eine Wallfahrt. Eine ganz romantische Wallfahrtskirche, die nach
alten Beschreibungen auf ein spätes Osterfest im Jahre 1660 zurückgeht, ist das
"Osterbrünnl" bei Ruhmannsfelden. Seine mirakulöse Quelle ist längst gefaßt. Noch
heute pilgern viele zu ihr, trinken von diesem Wasser und benetzen sich damit
Gesicht und Augen, um Gesundheit zu erhalten oder gar wieder zu erlangen. Ziele
einer Wallfahrt waren und sind "Heilige Stiegen", von denen die in Windberg, Gotteszell
und Wollaberg bei Jandelsbrunn besonderen Zulauf verzeichnen. Die Karwoche ist
auch die Zeit, in denen in nur noch sehr wenigen Gemeinden das "Heilige Grab"
errichtet wird. Fleißige Hände arrangieren dafür in einer dunklen Kirchenecke
ein Meer aus Frühblühern wie Primeln, Hyazinthen und Tulpen. Sie werden in ein
buntes Arrangement eingebaut. Große bunte Glaskugeln gehören ebenso dazu. (Früher
waren das weiße Kugeln, die mit farbiger Flüssigkeit gefüllt wurden. Joseph Schlicht
berichtet 1875: "Zum Färben des Wassers kaufe man fünf Lot Salmiak und drei Lot
destillierten Grünspan ...") 33 Kerzen – für jedes Lebensjahr Jesu eine - werden
rundum angeordnet. In einer zentralen Grabnische liegt die Figur des Heilands.
Die bunten Kugeln, die im flackernden Kerzenlicht einen wahren Funkenregen verursachen,
tauchen die Schlummerstätte des Herrn am Karfreitag dann in ein mystisches Licht.
Jeder Ort hat seine Eigenart, das Heilige Grab aufzubauen. So werden da Blumentöpfe
der Einwohner und Grünpflanzen zum Hl. Grab gebracht und anderswo 10 mal 33 blühende
Pflanzen aus den Bauernhöfen des Umlandes eingesammelt, die zur Umfassung der
Grabhöhle Verwendung finden. Grund für die Errichtung des Heiligen Grabes ist
ein Erlaß Kaiser Konstantins aus dem Jahre 326, der besagte, daß das Heilige Grab
für alle sichtbar zu machen sei.
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