Bayerischer Wald - Berge
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Bichelstein (831 m), auch Büchelstein

im Donaukamm

Der Bichelstein ist der westliche Nachbar des Brotjacklriegel (siehe dort) und südlichster Gipfelvorsprung des "Sonnenwaldes" (weitere Infos: www.region-sonnenwald.de) mit beeindruckender Aussicht über die Donauebene. Die weiten, lichten Buchenhänge tragen diesen Namen völlig zu recht. Sehr gut, daß er von so vielen wunderschönen Wander- und Spazierwegen durchzogen wird. Man kann sich in den fast endlos erscheinenden Wäldern stundenlang auslaufen, ein Eldorado für Erholungs- und Ruhesuchende.

Man hat dem Bichelstein eine Rampe auf den Kopf gebaut, die von Drachen- und Gleitschirmfliegern kräftig genutzt wird. Die Aussicht ist so richtig zum Genießen. Und außerdem: Das ebene Wiesengelände vor der Rampe hat historisch-kulinarische Werte! Hier liegt die Geburtsstätte des "Pichelsteiner".

Obwohl das 5-tägige Pichelsteinerfest in Regen weitum berühmt ist, beginnt die Geschichte des Pichelsteiner am 17.06.1839 auf dem Bichelstein im Sonnenwald. Dorthin lud nämlich der Grafenauer Landrichter Storlein am St.-Benno-Tag Freunde, Bekannte und Honoratioren der Stadt Grafenau ein. Weil die Wanderung so vergnüglich und die Brotzeit auf dem Gipfel so gemütlich waren, beschloß Storlein, diesen Ausflug mit seinen Gästen alljährlich zu wiederholen.

Neun Jahre später, 1848, servierte die Grattersdorfer Tafernwirtin Auguste Winkler der Ausflugsgesellschaft ein ganz besonderes warmes Essen, das niemand von den Herrschaften bekannt war. Frau Winkler hatte es in ihrer Wirtschaft vorbereitet, in einem großen Kessel per Fuhrwerk auf den Berg bringen lassen und dort über offenem Feuer nochmals erhitzt. Es machte den Ausflüglern großen Spaß, die Mahlzeit ohne Messer und Gabel zu verzehren. Und weil das Gericht noch keinen Namen hatte, nannte man es einfach nach dem Berg "Bichelsteiner".

Natürlich wollten auch andere Wirte am Erfolg der Winklerin teilhaben und boten die Speise an. So lernte der Sohn des Fürsten Graf Wilhelm von Bismarck das Bichelsteiner auf einer Reise durch das Waldgebirge kennen. Nach seiner Rückkehr berichtete er ausführlich in einer Berliner Zeitung darüber und erwähnte auch das ihm so vortrefflich mundende Gericht. Darauf hin verlangte der Reichskanzler eine Kostprobe, auch sein Gaumen war begeistert. Bismarck befahl, das Bichelsteiner fortan regelmäßig zu servieren. Bald fand das Rezept Einzug in alle Kochbücher. Als "Pichelsteiner" oder "Pickelsteiner" findet man es heute auf allen Speisekarten der Welt.

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